Samstag, 5. September 2015

[Rezension] Colleen Hoover: Hope Forever

Hope Forever (Bd. 1)

Autor: Colleen Hoover
Genre: Romance, Slice of Life
Freigabe: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Erschienen: September 2014
Seiten: 528
Einband: Taschenbuch
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71606-2
Preis: 9.95€ / 10.30€

Rating: 

Klappentext

Die 17-jährige Sky ist starken Gefühlen bisher aus dem Weg gegangen. Wenn sie einem Jungen begegnet, verspürt sie normalerweise keinerlei Anziehung, kein Kribbeln im Bauch, nichts. Im Gegenteil: Sie fühlt sich taub. Bis sie auf Dean Holder trifft, der ihre Hormone tanzen lässt. Es knistert heftig zwischen den beiden, das könnte die ganz große Liebe werden. Doch dann tun sich Abgründe aus der Vergangenheit auf, die tiefer und dunkler sind, als Sky sich vorstellen kann.

Inhalt

"Die 17-jährige Sky ist starken Gefühlen bisher aus dem Weg gegangen. Wenn sie einem Jungen begegnet, verspürt sie normalerweise keinerlei Anziehung, kein Kribbeln im Bauch. Im Gegenteil. Sie fühlt sich taub. Bis sie auf Dean Holder trifft, der ihre Hormone tanzen lässt. Es knistert heftig zwischen den beiden und der Beginn einer großen Liebe deutet sich an. Doch dann tun sich Abgründe aus der Vergangenheit auf, die tiefer und dunkler sind, als Sky sich vorstellen kann." - Quelle: Verlag

Cover  

Tatsächlich hatte ich zu Beginn meine Probleme mit dem Cover, da ich von Foto-Covers in der Regel eher abgeschreckt bin. Nicht nur, dass sie meistens einfach nicht gut aussehen, sie nehmen auch oft im Vorhinein schon die Möglichkeit, sich die abgebildeten Charaktere selbst vorzustellen, wie man sie gerne hätte. Sie stören beim Träumen. Bei Hope Forever entwickelte sich meine Meinung jedoch sehr schnell zum Positiven: die Dame hat ein wunderschönes Profil, einen träumerisch gesenkten Blick und eine schwarze Mähne, die zum Hineinkrallen einläd. In der Kombination von Bild und Text harmonieren meine liebsten Farben - und mit jedem Moment, die ich es betrachte, verliebe ich mich mehr in ihren Anblick. 4 Punkte von mir - sehr schön!

Charaktere  

Sky: Schon nach den ersten Kapiteln wusste ich, dass ich mich mit Sky sehr gut verstehen würde. Sie ist stark, selbstbewusst und dabei gleichzeitig auf ihre Art und Weise so unsicher, dass es sie liebenswert macht. Von ihrer Mutter Karen wurde sie seit ihrer Kindheit an von sämtlichen medialen Einflüssen ferngehalten und hat - wenn auch widerwillig - damit gelebt, sich ohne Handy und Internet in der Welt zu bewegen. Doch das ist für sie in keiner Weise ein Hindernis - sie braucht die Technik nicht, aber sie ist ihr auch nicht abgeneigt. Meistens konnte ich mich während der gesamten Handlung gut mit ihr identifizieren und wenn ich auch an manchen Stellen über ihren falschen Stolz die Stirn runzeln musste, konnte ich über ihre gleichzeitige Sturheit nur liebevoll lächeln. Eine Sache hat mich jedoch auch an ihr gestört: Zu Beginn der Geschichte war sie fest davon überzeugt, dass sie niemals weinen würde - nicht mal eine einzige Träne. Doch kaum kommt Holder ihr näher, scheint sie mir in jedem Kapitel Tränen zu vergießen, sei es aus Freude, aus Schmerz, aus Angst oder Wut. Vielleicht hatte sie viel nachzuholen. Doch mir als Leserin war es einfach zu viel (obwohl ich selbst schrecklich nah am Wasser gebaut bin!).

Holder: Dean Holder wird grundsätzlich bei seinem Nachnamen gerufen, sogar von seiner Freundin - würde er einen anderen Namen tragen, hätte mich dieser Umstand wahrscheinlich gar nicht so sehr gestört. Andererseits bin ich noch immer verblüfft, wie schnell man sich eigentlich an Namen gewöhnen kann. Und wenn man einem Typen wie Holder gegenübersteht, dann ist es einem ganz bestimmt vollkommen egal, wie er heißt. Wunderschön und sportlich wird er beschrieben - in der Lage mit Sky über 12 Kilometer am Stück zu Joggen, ohne dabei vollkommen außer Atem zu geraten - mit umso atemberaubenderen Muskeln. Sein einziger Makel: Er ist schrecklich launisch und schwankt damit immer öfter zwischen wütend-aggressiv und fröhlich-neckend. Nicht nur für Sky ein Wechselbad der Gefühle! Je mehr wir mit Sky über Holder lernen, desto besser verstehen wir sein Verhalten und umso leichter fällt es uns, ihm zu vergeben. Aus dem gefährlichen Badboy wird schon in der zweiten Hälfte des Buches ein absoluter Traum für jedes Mädchen. Viel zu oft weiß er genau die richtigen Worte, sodass nicht nur Skys Herz schmachtend höher schlägt. "Stereotyper, langweiliger Prince Charming", sagt mein Kopf - "absolut liebenswerter Charakter", sagt mein Herz!

Six: Wo wir es eben schon von merkwürdigen Namen hatten - Skys beste Freundin Six kann euch davon nur ein Liedchen singen. Ihre Eltern haben eine merkwürdige Vorliebe dafür, ihre Kinder nach Zahlen zu benennen - und Seven schien ihnen da genau der richtige für ihre liebe Tochter. Die fand das aber ganz schön schrecklich und nennt sich seit jeher aus reinem Protest einfach "Six". Mit ihrer liebenswerten und gleichzeitig übertrieben selbstbewussten Art hat sie sicherlich nicht nur mir das Lesen versüßt. Ein "Maneater", wie sie im Buche steht, wechselt sie ihre Männer wie andere ihre Unterhosen und hat sich damit an der Schule einen einmaligen Ruf gemacht, unter dem auch Sky später zu leiden hat. Doch auch, wenn ihr Selbstbewusstsein jeden Maßstab sprengt, so ist sie dabei niemals arrogant oder überheblich. In allem, was sie tut, spiegelt sich die Liebe zu der einzig wichtigen Person in ihrem Leben: Sky. Als sie nach Italien fliegt, um dort ein halbes Jahr an einem Austauschprogramm teilzunehmen, schenkt sie Sky ein Handy, um ihr jeden Tag eine SMS zu schreiben, in der sie ihr sagt, wie schön Sky für sie ist und wie sehr sie sie liebt. Wer jetzt denkt, dass da mehr Gefühl im Spiel ist, als reine Freundschaft, den muss ich leider enttäuschen: mehr als Küsschen gibts da nicht!

Schreibstil  

Hat absolut meinen Geschmack getroffen! Obwohl es für mich zu Beginn eine starke Umgewöhnung bedeutet hat, mich auf die Zeit im Präsens einzustellen (Bisher konnte ich Bücher im Präsens nur schwer ernst nehmen, ich kann euch aber nicht sagen, woran das liegt), hatte ich das Gefühl, dass das ungewöhnliche Tempus hier sehr zum Lesefluss beigetragen hat. Detailliert, ohne dabei aufgeblasen zu wirken, fliegt man als Leser einfach über die Zeilen hinweg und erlebt die Gefühle und Emotionen des Hauptcharakters Sky dabei so plastisch, dass man sich selbst in ihrer Figur verliert. Da ich mich selbst öfter dabei beobachte, emotionale Szenen zu detailliert zu beschreiben und sie damit zu überladen, konnte ich mich in ihrem Stil gut wiederfinden - doch die Geschichte hat mich emotional zu sehr mitgerissen, um mich an der zum Teil kitschigen Überladenheit zu stören. Es hat mich nicht gestört. Es hat mich zum träumen gebracht - und ich liebe es, wenn ein Buch mich träumen lässt.

Handlung  

Auch hier hat mich Hoover komplett überrascht. Das letzte Mal, dass ich eine reine Romanze in der Hand hatte, dürfte Jahre her sein. Besonders im Jugendbuch-Bereich habe ich wirklich geglaubt, alles zu kennen. Als ich Hope Forever irgendwo auf einem Beistelltisch zwischen den Kinderbüchern und den Mangas entdeckte, dachte ich, dass mich hier kitschiges, seichtes Liebes-Gebrabbel erwartet, das höchstens für 12-Jährige interessant sein dürfte. Doch davon war nichts zu entdecken. Klar, es geht um Liebe, doch auch um die damit verbundene Intimität in Form von Sex. Es geht um psychische Krankheit, Mobbing, Gewalt und ... ja, noch Schlimmeres. Nichts davon wird im Detail beschrieben (bis auf die Liebe!), doch mit ihrem Schreibstil und ihrer erzählerischen Gabe schafft Colleen Hoover es, diese Themen anzusprechen ohne sie herunterzuspielen oder ihnen ihre Ernsthaftigkeit zu nehmen. Die Handlung hat alles, was ein gutes Jugendbuch braucht: Spannung, Moral, eine ernsthafte Warnung - und einen erschreckenden Plot-Twist, der mir noch heute eine eisige Gänsehaut bereitet. Ich hatte viel weniger erwartet und wurde umso mehr überrascht.

Gesamtwertung  

Ich bin noch immer ganz platt, wenn ich an Hope Forever zurückdenke. Nach meiner langen langen Lese-Abstinenz und jahrelangem Herumkauen auf inzwischen ledrig gekauten Klassikern habe ich Romantik und Jugendbuch eindeutig unterschätz. Aus "was Leichtem für Zwischendurch" wurde für mich ein absoluter Pageturner, den ich gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch wenn die Charaktere, rein wissenschaftlich und objektiv gesehen, stereotyp und "zu perfekt" erscheinen mögen, haben sie es trotzdem geschafft mich zu überzeugen - und mit einer absolut spannenden, traurigen, liebreizenden Handlung hat die Autorin es geschafft, mich am Ball zu halten und mich in die Welt der träumenden Bücher zurückzuholen. Für diese Leistung gibt es von mir eine Gesamtwertung von 5 Punkten. Vielen, vielen Dank!



Spannung
Romantik
Humor
Gewalt
Action


- Eure Bücherfüchsin

 

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